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Posts Tagged ‘Ergo Carrier’

Mich nervt ja dieser Eso-Öko-Mahnzeigefinger von Tragemamis total. Ich liebe mein Tragetuch, aber ich mag auch meinen Rücken. Und der findet es mäßig cool, beim Einkaufen vorne 9kg Kind und hinten 15kg Lebensmittel auszubalancieren. Von daher wird seit ungefähr 2 kg zu diesem Anlass ganz pragmatisch der Kinderwagen vor die Tür geschoben, ganz ohne langes Bonding-Gefasel.

Ich möchte dazu ein paar Punkte loswerden, ganz ohne Eso-Öko-Mahnzeigefinger, versprochen.

Den Anfang bildet der Kinderwagen. Meiner ist so ein Kombimodell, aus dem man die Babyschale rausnimmt und dann einen Sitz mit verstellbarer Rückenlehne hat. Schiebt sich semitoll, liegt sicher am Fabrikat. Der unschlagbare Vorteil: Kind und ich, wir gucken uns an. Kind lacht und sieht – trotz meiner kg – genug von der Welt. Die allermeisten Buggys sind aber andersherum gebaut. Dazu gibt es einen netten Artikel hier und ich spare mir viel Getippe. Nur so viel: Tut es nicht, mag das Modell noch so schick sein.

Noch ein paar Worte zu Tragehilfen. Den ersten Vorteil des Tragens für das (in diesem Fall liegende) Kind veranschaulicht mE ganz gut dieses Video. Aus dem Wagen heraus sieht es nur Ausschnitte und sich plötzlich ganz nah heranbeugende Personen; getragen hat es den vollen Überblick. Weitere Vorteile schildert (nicht ganz uneigennützig) die Firma Boba hier. Wer sich also einen Überblick über die physiologischen Aspekte verschaffen will, ist dort gut aufgehoben. Neben den körperlichen Vorteilen ist das Tragen auch Balsam für die Kinderseele. Die Nähe, die Wärme und auch die Enge erinnern das Kleine an die Zeit im Mutterleib. Es hört den Herzschlag, sogar Schreibabys beruhigen sich so.

Es gibt gute Tragehilfen in allerlei Gestalt von erdbraunen Hippietüchern bis zu Hippster Hightechtragen. Da muss man gucken, was einem und vor allem dem Kind gefällt. Das war eine bittere Lektion für mich. Wie gerne hätte ich so’n Clipsding benutzt! Aber Kind wollte eingetucht werden. (Dank an Amanda, die mir ihr Tuch aufgenötigt hat. ;)) Wovon man allerdings wirklich die Finger lassen sollte, sind die besch*** Teile von BabyBjörn (Danke, Christin, für den Hinweis!). Die sind katastrophal für die Hüfte, wer sein Kind mit dem Gesicht nach vorne darin trägt, hat gute Chancen, ihm den Rücken zu ruinieren und psychisch überfordert da vollkommen reizüberflutet sind die Kleinen dann auch. Es ist *gut*, dass ein Kind in der Tragehilfe die Mutter sieht und es braucht kein Mitleid, weil es ja angeblich nix sähe. Stimmt nämlich nicht.

Warum ich das hier in die Welt posaunen muss? Nun, ich erwische mich selber immer wieder bei etwas, das ich als „Tragetuch-Arroganz“ bezeichne: Im Laden steht eine Frau, vor ihr im Kinderwagen liegt ein schreiendes Bündel, das ich auf 2-3 Wochen schätze. Was macht die Frau? Sie schuckelt den Kinderwagen. Hört das Kind nicht auf, schuckelt sie doller. Und in mir zieht sich alles zusammen, als hätte ich ein Pfund Zitronen verschluckt. Warum zum Geier nimmt sie das Würmchen denn nicht einfach in den Arm?!? Ich *wette*, dann wäre Ruhe. Und nicht um meiner Ohren, sondern um der kleinen Seele willen. Manmanman. Mein Kind hat noch nie viel geweint und vor allem nicht unterwegs. Nur ein einziges Mal und da war ihm einfach die Wollmütze zu warm. Nachvollziehbar, wir waren nicht mehr draußen. Die ausgeglichene Ruhe meines Kindes schiebe ich auf das Tragen: es fühlte sich nie allein. Wenn man ein Kind so leicht so glücklich kriegt, frage ich mich, wieso noch so viele Leute mit sperrigen Kisten im Bus stehen. Ich kann sitzen wo ich will. 😀

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